ÁNGEL SANZO

PIANIST

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Der spanische Pianist Ángel Sanzo ist  regelmäßig in den europäischen Konzertsälen und auf Festivals zu Gast, wobei zahlreiche Aufnahmen für Hessischer Rundfunk, RTVE, RTSI, RBB, RTBF, RAI und RNM entstanden. Er war auf Konzerten in Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Belgien, in der Schweiz und in Portugal sowie an bedeutenden Spielstätten wie dem Teatro Monumental Madrid, dem Konzerthaus Berlin, der Tonhalle Düsseldorf, der Laeiszhalle Hamburg, dem Wigmore Hall in London, dem Auditorium „Manuel de Falla“ in Granada, dem Palau de la Música Valencia, dem Mozarteum Salzburg , demFlagey-Studios Brüssel  und vielen anderen zu erleben und trat als Solist mit unterschiedlichsten Orchestern auf,  so unter der Leitung von Adrian Leaper, Enrique García Asensio, Max Bragado, Xavier Puig, Michael Thomas, Domenico Longo und Miquel Ortega.

 

Sein Klavierstudium absolvierte er am Conservatorio Superior in Malaga bei José Felipe Díaz und wurde am Ende seiner Ausbildung mit dem Premio Honor Fin de Carrera geehrt. Danach arbeitete er immer wieder mit Koryphäen wie Joaquín Soriano, Javier Herreros, Peter Bithell, Ferenc Rados, Alicia Larrocha und vielen anderen zusammen.

 

Von den zahlreichen Preisen, mit denen Ángel Sanzo ausgezeichnet wurde, verdienen die folgenden besondere Erwähnung: Der jeweils 1. Preis bei den internationalen Wettbewerben „Joaquín Rodrigo“, „Frechilla-Zuloaga“, „Concurso Pianístico Europeo de Taranto“, der Erste Große Preis der „Princesa Lalla Meriem“ in Marokko, der 2. Preis des „José Iturbi“ in Valencia und die Medalla por Unanimidad beim „María Canals“ in Barcelona.

 

Sanzo, der in den Augen der internationalen Kritik als Ausnahmetalent mit besonders ausgefeilter Spieltechnik gilt, begann seine Karriere im Jahr 1995, als er, begleitet vom Orquesta Sinfónica de Málaga, mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 brillierte – ein Debut, das von Publikum und Kritik begeistert aufgenommen wurde. Seine einzigartige Persönlichkeit, gepaart mit grenzenlosem Ausdrucksvermögen und technischer Präzision, verleiht ihm die Fähigkeit,  sich die Klavierliteratur nahezu aller Genres zu Eigen zu machen; seine Interpretationen spanischer Musik und der Werke Frédéric Chopins wurden mit verschiedensten Preisen gewürdigt. Zudem führte ihn sein breites kammermusikalisches Repertoire auf Konzertreisen in ganz Europa; er trat mit namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Shirly Laub, Benjamin Dieltjens, Tai Murray, Ángel Luís Quintana und vielen anderen auf.

 

Über seine Tätigkeit als Professor für Klavier am Conservatorio Superior de Música von Badajoz hinaus ist er mittlerweile zu einem der gefragtesten Pädagogen an den Konservatorien und Universitäten Spaniens geworden, an denen er regelmäßig Meisterklassen und Perfektionierungskurse gibt. Im April wurde er als Gastdozent an die Universidad Católica de Santiago de Chile eingeladen, und im Herbst 2014 wird er für das CD-Label eaSonus die gesamte Suite Iberia von Isaac Albéniz einspielen (www.easonus.com).

 

 

 

ÁNGEL SANZO WIRD IM HERBST DIESES JAHRES DIE SUITE IBERIA EINSPIELEN

 

Das komplexeste Werk des spanischen Komponisten Isaac Albeniz wird bei dem Berliner Label eaSonus auf CD erscheinen.

 

Bei der Suite Iberia handelt es sich nach den Worten Olivier Messiaens um ein „Wunderwerk für Klavier, das unter den brillantesten Entäußerungen auf diesem königlichen Instrument vielleicht den höchsten Rang überhaupt einnimmt.“

Interessant an dieser Äußerung des französischen Komponisten ist die Beobachtung, dass er auf Begriffe wie „Nationalismus“ oder „spanische Musik“ gänzlich verzichtet: Etwas Derartiges ist immer dann möglich, wenn wir es mit Meisterwerken zu tun haben, die ohne Etikettierungen auskommen und schlichtweg universal sind. Die Iberia hat die Virtuosität, die Liszt in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts etablierte, übernommen und weiterentwickelt. Liszt hatte seinerzeit die Möglichkeiten pianistischer Technik bis ins Letzte ausgereizt und findet in Isaac Albéniz (1860-1909) nun einen ebenbürtigen Nachfolger, der meisterhaft wie kein anderer Vertreter der spanischen Klavierliteratur vor ihm ein komplexes pianistisches Kompendium schafft und die Piano-Kunst in seinem Land zu höchster Expressivität führt. Isaac Albéniz war ein Virtuose mit außerordentlicher Begabung, der sich zunächst am Vorbild der Romantik schulte und erst im weiteren Verlauf seines Schaffens auf die Folklore seines Heimatlandes zurückzugriff, und zwar nicht, um sich ihrer als Fürsprecher anzunehmen, sondern vielmehr, um sie als Ausgangspunkt für sein eigenes kompositorisches Schaffen zu verwenden. Musikalischer Nationalismus ist schließlich nichts anderes als die Vollendung der Expressivität der Romantik, einer Bewegung, die sich während eines Zeitraumes von mehr als einem halben Jahrhundert durchsetzte und die letztlich in den Gefühlen eines Volkes verinnerlicht blieb, das die politischen Konsequenzen von immer stärker werdender Gängelung und Unterdrückung am eigenen Leibe gespürt hatte. Daraus erklärt es sich, wie aus der Feder von Komponisten, die wie Albéniz, Granados und Falla ein- und derselben Nation entstammten, so ungleiche poetische Welten erwachsen konnten, und weshalb sie Meisterwerke hervorbrachten, die sich vom Zeitraum ihrer Entstehung her in nächster Nähe zueinander befanden, doch die eine pianistische Sprache sprechen, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Nationale Ambitionen führen gewöhnlich ins Nirgendwo, es sei denn, sie treffen auf ein Talent, das sie zu schultern weiß.

 

© Carmen Delia Romero

Übersetzung: Sophia Simon

 

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Photo Credit: Anastasia Chernyavsky